Donnerstag, Dezember 11, 2008

Looking Back 2008




Hallo Freunde.

Okay. Wahrscheinlich liest niemand mehr diesen Blog, weil ich nie Updates mache. Mit Entsetzen stelle ich fest: das letzte Update war die musikalische Topliste von 2007. Der Post den ich grade machen möchte ist die Topliste von 2008. Upsi. Wo ist das Jahr hin? Runtergefallen? Zwischen den Sofakissen? Naja, Musik gabs trotzdem. Deshalb die Liste hier:

http://rapidshare.com/files/172382959/Looking_Back_2008.rar

Samstag, Dezember 08, 2007

Looking Back 2007








Das Jahr ist so gut wie zuende. Folglich wird es Zeit für die obligatorische Rückblickswelle. Und da ich einen absoluten Fimmel für Toplisten aller Art habe, möchte ich mich dieses Jahr endlich mal an der List-O-Mania beteiligen und meine musikalische Topliste für 2007 vorlegen.

Aufbereitet als kleinen Sampler hab ich die Stücke zusammengestellt, die mir dieses Jahr musikalisch verschnörkelt haben.

Viel Spaß damit!


Samstag, Mai 05, 2007

International Man of Wisdom

Aus einem Artikel in der Kölnischen Rundschau:

"Ziel der Bewegung sei es, junge Menschen so zu fördern, dass sie in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen könnten, so Tim Nolden vom Stammesvorstand."

Hab ich das gesagt? Wow! Ich bin so K-L-U-K!!!

Hier der ganze Artikel.


Donnerstag, Mai 03, 2007

"We are all part of his equation..."

Behind the Mask
The Rise of Leslie Vernon


Mal ganz ehrlich: Slasher Filme sind mittlerweile sowas von öde. Seit Michael Myers das erste Mal mit dem Messer für konservativen Werte geschlitzt hat, sind 28 Jahre ins Land gegangen und niemand hat sich gewagt die Formel auch nur das kleinste bisschen zu variieren. Selbst Filme wie Scream leben eher davon, dass sie so tun als würden sie die Formel verändern. Wirklich etwas anders machen sie eigentlich nicht. Die Spannung die bei aktuellen Slasherfilmen aufkommt, erinnert daher zumeist eher an die ZDF - Gartenschau als an einen Horrorfilm. Höchste Zeit die Katze ein für allemal aus dem Schrank zu lassen und dem Sounddesigner zu erklären, warum ein lautes RUMMS nicht gleichbedeutend mit Spannung ist.
Auftritt: Behind the Mask.
Die Idee dieses Films könnte schräger kaum sein. In einer Welt in der Michael Myers, Freddie Krüger und Jason Vorhees wirklich existieren, möchte der auf den ersten Blick ziemlich harmlos erscheinende Leslie Vernon in die erste Liga der "supernatural killers" aufsteigen. Ein Kamerateam bestehend aus drei Studenten dreht einen Dokumentarfilm über Vernon und erlangt so einen Blick hinter die Kulissen des Berufs "supernatural killer".
Was sich ziemlich abgefahren anhört, funktioniert über die erste Stunde des Films nahezu makellos. Behind the Mask zerlegt das Genre Slasherfilm auf so köstliche Art und Weise, das man sich wünscht, es gäbe noch mehr Klischees, die verwurstet werden könnten. Endlich erfährt man, warum die Türe im richtigen Moment zufällt, warum die zuvor perfekt funktionierenden Autos sich nie starten lassen und warum der Weg des final girls immer durch einen tunnelähnlichen Gang führen muss - ich sage nur: "Geburtskanal!"
Der Film macht sich so effektiv über das Slashergenre lustig, dass er sich selbst die Luft für den letzten Akt abwürgt. Denn als es schließlich doch ernst wird und Leslie damit beginnt seinen wahnwitzigen Plan in die Tat umzusetzen, bleibt der Film hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Denn leider benutzt er genau die Klischees, über die er sich vorher lustig gemacht hat. Es stellt sich der Scream Effekt ein, wir haben über das Klischee gelacht und sollen uns trotzdem davor fürchten. Hat das bei Scream noch gut funktioniert weil die Spannungsszenen so gut inszeniert waren, endet der Spaß bei Behind the Mask in dem Moment in dem der Film versucht ernst zu werden.
Der letzte Akt könnte ebensogut aus dem siebten Sequel einer drittklassigen Horrorfilmreihe stammen. Den einzigen Twist kann man meilenweit herannahen sehen und es will sich einfach keine Spannung einstellen. Das ist unglaublich schade, denn käme dieser dritte Akt nicht so halbherzig daher, hätten wir es hier mit einem Klassiker des modernen Horrorfilms zu tun.
Es zeigt sich mal wieder, dass es gar nicht so einfach ist, den Slasherfilm zu revolutionieren. Behind the Mask schafft es zwar eine köstliche Meta-Ebene einzubauen, die die bestehenden Klischees in neuem Licht erscheinen lässt, sobald es aber ans eingemachte geht und wirklich etwas aus dem aufstrebenden "supernatural killer" gemacht werden soll, verlassen den Film jegliche Ideen und der Mut zur Variation.

Fazit:
Ich bin so schrecklich zwiegespalten. So öde das Ende ist, so grandios ist der Aufbau. Selten hat mir ein Film soviel Hoffnung gemacht, und mich dann so bitter enttäuscht. Am liebsten würde ich zwei Wertungen geben:

Für die ersten ca. 60 Minuten:


und für das Ende:



Der spinnt...

Spiderman 3


Der Fortsetzungsmarathon für diesen Kinosommer hat also begonnen. Den Anfang macht Spiderman Teil 3 - ihm nachfolgen werden Harry Potter, Shrek, die fantastischen Vier, Stirb langsam (PG-13!!!!!!) und möglicherweise noch einige mehr, die ich schon wieder vergessen habe oder einfach ignoriere (Hirnlos in der Karibik).
Um ehrlich zu sein, ist Spiderman 3 auch der einzige dieser Filme, in den ich einige Hoffnungen gesetzt habe. Der erste Teil ist, meiner Ansicht nach, die beste Superhelden-Comic Verfilmung die ich bisher erlebt habe. Eben weil er die Charaktere nicht bloß nach billigster Hollywood 08/15 Holzhammer Manier charakterisiert werden und Handlung nicht nur als Überleitung von Effekt zu Effekt benutzt wird.
Der zweite Teil schloß nahtlos an den ersten an und setzte die Handlung gekonnt und auf ähnlich hohem Niveau fort. Dieser Umstand alleine war schon Anlaß zum staunen. Und nun also Teil 3.
Gleich vorneweg: Ich mochte diesen Film. Sogar sehr.
Zum ersten Mal gelingt es einem Film den Tonfall einer Superhelden Comicreihe zu treffen. In einigen Kritiken liest man, der Film sei überladen mit seinen drei Schurken und würde sich zu wenig Zeit nehmen für die einzelnen Charaktere. Ich habe das so nicht empfunden. Die ständig wechselnden Handlungslinien gaben mir das Gefühl einen mehrere Hefte überspannenden Handlungsbogen anschauen. In jeder Episode wird im Hintergrund an einer anderen Plotline gesponnen, die dann später wieder mehr in den Vordergrund tritt. Sicherlich hätte man manchen Charakteren etwas mehr Zeit widmen können - allen voran Gwen Stacy, die ein bisschen verloren mal hier und mal dort auftaucht - aber durch seine eigene Erzählweise entwickelt der Film einen konstanten Erzählfluss, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat und die 140 Minuten erstaunlich kurz erscheinen ließ.
Optisch versucht der Film sich mit jeder Actionsequenz selbst zu übertrumpfen, obwohl er das eigentlich nicht nötig hätte. Am Ende des ersten Duells zwischen Spidey und dem neuen Goblin fühlt man sich als wäre man geradewegs aus der Achterbahn gestolpert. Und der Showdown sieht auch einfach nur grandios aus. Wobei ich niemandem etwas vormachen will, es ist offensichtlich der Computer am Werk und das sieht man auch. Für alle Spiderman und seine Kontrahenten sind physikalische Gesetze offensichtlich kein Muss. Aber wen interessiert das bei einem Superhelden Comic? Mich auf jeden Fall nicht.
Wer sich schon ein wenig im Internet umgetan und über den Film gelesen hat, wird bereits gehört haben, dass es ein oder zwei Szenen gibt, in denen Spiderman fast zum Musical wird. Die erste ist Peter Parkers Saturday Night Einlage, die zweite eine kurze Einlage zwischen Mary Jane und Harry. Die Kritik an der zweiten Szene kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, der kurze Ausschnitt erzeugt zwischen den Charakteren mehr Nähe als tausend Zeilen Hollywood Dialog. Über Peters Tanzeinlage kann man geteilter Meinung sein. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Film so oft zwischen Ernst und Spaß und Action und Emotionen wechselt, dass die Szene den Gesamteindruck - ob man sie nun gut findet oder nicht - nicht großartig beeinflusst. Ich bin versucht zu sagen, ich fand sie nicht unbedingt notwendig, andererseits hat mir aber der Umstand gefallen, dass Raimi eine so verrückte Szene in den Film gelassen hat. Deshalb hab ich beschlossen die Szene gut zu finden. Es gibt genug Blockbuster ohne eine einzige gewagte oder außergewöhnliche Szene.

Fazit:

Spiderman 3 ist eine höchst unterhaltsame Comicverfilmung, die nicht nur mit CGI - Effekten glänzt sondern auch eine spannende Geschichte erzählt und die Spiderman Trilogie zu einem runden Ende bringt. Wenn dieses Niveau eingehalten wird, darf Sam Raimi gerne noch viele Spiderman Filme machen.




P.S. War die Szene mit der Amerika-Flagge ein Witz? Die war ja so dermaßen deplaziert. Ich möchte glauben, dass Raimi das mit Absicht gemacht hat.

Donnerstag, August 17, 2006

Miami weiß doch nicht so genau....

Kurioses am Vormittag:
In der FAZ lese ich mit einiger Freude eine Bejubelung des neuesten Michael Mann Streifens "Miami Vice" - weniger als Fan der alten Serie, eher weil mir grad kein Michael Mann Film einfällt, den ich nicht sehr ansehnlich fand und ich somit einige Hoffnung für "Miami Vice" habe.
Aber nun zum Kuriosum. Die FAZ lobt Miami Vice in den Himmel als topaktuellen Film, als Film der nur im 21.Jahrhundert entstanden sein kann. M.M. als Regisseur wie immer am Puls der Zeit.... bla bla bla
Auf Spiegel-Online finde ich heute auch einen Artikel zu Miami Vice in dem der Mensch, der angeblich für den Charakter Crockett oder Tubbs Pate gestanden hat, sich zu Miami heute äußert. Dabei kristallisiert sich heraus, das er der Meinung ist, Miami sei heute ganz anders und nicht so wie in dem Film und alles habe sich geändert.
Tja... welche Wahrheit ist echt...?
Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr... in diesem Fall wohl wenn das Licht ausgeht im Kino.

So long...

Dienstag, Februar 14, 2006

Liebe Heidi...

Seit wann hat die Ausrede "Ich hab die Regeln ja nicht gemacht!" irgendeinen Wert?
Den KZ Wächtern oder den DDR Mauerschützen wurde dafür der Prozess gemacht, völlig zu Recht wie ich finde.
Aber ich weiß, ich nehm das alles wieder viel zu ernst. Und es geht ja um Showbusiness und da zählt ja vor allem, dass ja jeder gerne zahlt um knackigen jungen Mädels beim Nervenzusammenbruch zuzugucken.
Es ist unglaublich schade, dass in unserer tollen Kultur - die man ja seit neuestem am besten mit der Waffe gegen die diabolischen Araber verteidigen soll - noch immer niemand weiß, was Verantwortung eigentlich heisst. Ein Problem was ganz besonders unsere Medien betrifft, die uns täglich mit nur den wichtigen "Informationen" beliefern, damit wir die Welt besser verstehen und uns dementsprechend verhalten können.
Ich wüsste mal gerne, welche Zielgruppe die Sendung hat. Eigentlich müssen das doch Mädchen zwischen 16 und 18 sein. In dem Alter fängt man doch seine Modelkarriere an, oder nicht? Das ist eine grobe Schätzung, zugegeben, aber mittlerweile sind ja Kinder und Jugendliche die Zielgruppe für die meisten Sendungen. Und hier fängt auch, meiner Meinung nach, die Verantwortung der Medien an. Sich einfach diejenigen mit der geringsten Medienkompetenz rauszupicken und zu versuchen, die bis zum Exzess zu melken und zu einer geilen Konsumentenmasse zu formen, ist ziemlich verantwortungslos - fast schon diabolisch...
Vielleicht ist es ja auch so... dicke Mädchen können beim Kulturkampf nicht helfen, die passen nicht in die Panzer.

Donnerstag, Februar 09, 2006

He who hunts monsters must be afraid of becoming a monster himself...

Your Monster Profile
Ultima Terror
You Feast On: Starbucks
You Lurk Around In: Swingers Clubs
You Especially Like to Torment: Republicans

Guess who´s back?

The Historian
von Elisabeth Kostova


Niemand fürchtet sich mehr vor Graf Dracula. Spätestens seit Bram Stokers Graf von den Hammer Studios als Allzweckwaffe gegen Werwölfe, Frankenstein und schlussendlich chinesische Ninjas[1] ins Feld geführt wurde, entbehrt die Figur nicht einer gewissen Lächerlichkeit. Nichtsdestotrotz ist das Vampirgenre scheinbar so unsterblich wie seine Protagonisten – zuletzt mit dem „Interview mit einem Vampir“[2] erlebten Draculas Nichten und Neffen eine Renaissance im Horrorgenre.
Mag der Gedanke, Geschichte durch die Augen eines Unsterblichen zu erzählen, beim ersten Versuch noch reizvoll sein, so läuft sich diese Idee mit der Serienproduktion zwangsläufig tot. Die Figur des modernen Vampirs ist jedoch so von den gefühlsschwangeren Lestats und Louis und ihren Blickwinkeln geprägt, das es kaum verwundern mag jenseits der Anne Rice Gothic-Kuschelwelten keine anderen Vampire in die Buchläden zu finden. Andere Ansätze wie die Vampirjäger Geschichten Laurel K. Hamiltons sind durch ihr Gemisch von Erotik, Gewalt und Humor viel zu sehr dem Genre und seinen Klischees verpflichtet, als das sie für nicht-genrefanatische Leser erträglich wären. In dieser Stimmung des heraufdämmernden Verfalls erscheint nun ein Roman der sich – wieder einmal – der Geschichte des großen Übervaters der Vampire annimmt.
The Historian von Elizabeth Kostova ist die Geschichte von Suchenden. Einer Tochter die ihren Vater sucht, eines Mannes der seinen Mentor sucht, eines Professors der die Wahrheit sucht - sie alle eint die Jagd in den jeweiligen Fußstapfen nach dem unsterblichen Bösen in Form von Vlad Dracul. Kostova bezieht sich kaum auf die literarische Figur Stokers sondern erzählt von seinem realen Vorbild, dem Fürsten Vlad Tepes, genannt Dracula – Sohn des Drachen. Geschickt instrumentiert sie die historisch belegten Grausamkeiten dieses Tyrannen um ein im Bezug auf Dracula gänzlich neues Gefühl von Furcht und Unwohlsein hervorzurufen, ohne dabei jemals auf plumpe Gewaltorgien zurückzugreifen.
Der Roman zeichnet sich durch einen für das Horrorgenre ungewöhnlich literarischen Stil aus. Vor allem glänzt Kostova durch die Evozierung von Stimmungen und Orten. Von Oxford über Budapest bis zur Ruine von Draculas Schloss gelingt es der jeweiligen Erzählstimme jede Etappe der Reise mit einer eigenen eigentümlichen und fesselnden Atmosphäre zu versehen.
Angelehnt an den originalen Dracula Roman besteht The Historian zu großen Teilen aus Briefen, Postkarten und historischen Dokumenten. Man mag der Autorin hier vorwerfen, die verschiedenen Stimmen – insbesondere die der drei Hauptfiguren – seien kaum von einander zu unterscheiden, der Lesbarkeit des Romans tut dies jedoch keinen Abbruch.
Was den Roman von der breiten Masse der Vampirgeschichten abhebt, abgesehen von seinem Stil, ist die Figur Draculas und ihr metaphorischer Gehalt.





**********ACHTUNG SPOILER****************








Taucht Dracula in anderen Erzählungen als untoter Überschurke von comicartigen Proportionen auf, so wird er in diesem Roman zum Symbol für sehr realen historischen wie aktuellen Schrecken. Sein persönlicher Auftritt beschränkt sich auf wenige Seiten, aber wie ein Schatten hängt er die ganze Erzählung lang über den Protagonisten. Zugleich werden die Historiker auf ihren Reisen von Bibliothek zu Bibliothek auf eine Reise durch das Europa des kalten Krieges geführt und erleben aus erster Hand die eiserne Hand des kommunistischen Regimes. Die Parallele zu Dracula der Tyrann und Befreier zugleich sein wollte, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Hinweis auf den Totenkult des kommunistischen Regimes, seine Zurschaustellung der verstorbenen Anführer in gläsernen Särgen damit ihre Macht den Tod überdauere, untermauert diesen Gedanken weiter.
Und wenn Dracula schließlich mit Rossi am Kaminfeuer sitzt und der entsetzte Professor ihn fragt, ob er von der modernen Welt wisse, lautet seine Antwort: „I know the modern world. It is my prize, my favorite work.“[3]
Dass in seiner Bibliothek Werke Machiavellis mit Hitlers Mein Kampf und Sammlungen über mittelalterliche Folterkunst Seite an Seite stehen zeigt das die Symbolhaftigkeit Vlad Draculs nicht mit dem Kommunismus endet, sondern eine dem Menschen inhärente Boshaftigkeit repräsentiert, die wie der Vampir unsterblich ist und andere Leben nehmen muss um weiter zu existieren.
Wenn Dracul schließlich eines unspektakulären Todes stirbt und die familiäre Idylle wiederhergestellt scheint, mag dies auf den ersten Blick unpassend wirken. Der folgende Epilog rückt diese Idylle zurecht und verrät viel zu viel über das Schicksal der Familie und die Unglücke die sie heimsuchen als das man wirklich glauben könnte, der Versuch das Böse auszurotten sei gelungen. Der Tod des geliebten Vaters auf diplomatischer Mission durch eine Tretmine erinnert im großen Kontext des Romans an die nicht enden wollenden Gräuel des Krieges. So ist es nicht verwunderlich, wenn die Historikerin doch noch ein von Dracula gedrucktes Buch erhält, ein Erbe das die Zeiten überdauert.
Genauso wenig mag die Ruhe Draculas bei den Vorbereitungen für sein eigenes Begräbnis erstaunen.
”He looks not at all like a man in constant peril – a leader whose death could occur at any hour, who should be pondering every moment the question of his own salvation. He looks instead, the abbot thinks, as if all the world is before him.“[4]










**********SPOILER ENDE****************








Fazit:
"The Historian" ist ein ein brilliant geschriebener Roman über Vlad Tepes und seinen fiktionales alter Ego Dracula. Dabei ist der Roman weit mehr als eine Gruselgeschichte - er bietet auch reale Geschichte und zeigt, dass diese ebenso oft gruselig sein kann.







[1] The Legend of the 7 Golden Vampires. Hong Kong/ UK. 1974.
[2] Rice, Anne. Interview mit einem Vampir.
[3] Kostova, Elizabeth. The Historian. London. 1995. S.572
[4] Kostova, Elizabeth. The Historian. London. 2005. S. 642

Seufz....

Wenn ich jetzt schreibe, was da im Nahen Osten abgeht, also das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, die greifen unsere Kultur an, bla bla bla.... dann habe ich irgendwie recht - für mich. Nichtsdestotrotz werde ich das Gefühl nicht los, da einfach in eine Maschinerie gezogen zu werden, die von mir will, dass ich auch den Kampf der Kulturen will.
Irgendwo hinter den Kulissen stehen da unsichtbare Puppenspieler und hetzten beide Seiten gegeneinander auf, und ich mit meiner doofen "die sind doof da" Meinung tu auch nicht mehr, als wie ein Kalb zum Metzger marschieren.
Ich weiß, das hört sich bekloppt an, riecht nach Verschwörungstheorie und so weiter, aber ich werde dieses Gefühl nicht los, dass wir uns genauso aufhetzen lassen wie die Muslime. Andauernd lese ich, es wäre jetzt gut, man müsse sich wehren... irgendwie denke ich das ja auch.... aber dann wiederum kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es denen da nicht vielleicht umgekehrt genauso geht. Wahrscheinlich sehen die da in ihren Medien auch nur, wie die nächste westliche Zeitung dann doch die Dinger veröffentlicht ohne mitzubekommen, wieviel hier darüber debattiert wird.
Vielleicht wird da ja auch debattiert, vielleicht sind da ja doch nicht alle am randalieren.
Ich kanns nicht sagen, ich hab nur gelesen, dass es jetzt reicht und ich jetzt mit den Kulturkampf mitmachen muss.

Samstag, Oktober 01, 2005

Licht an?

Ich hab gerade "Wächter der Nacht" zuende gelesen. Natürlich konnte ich dem Hype als ehrfürchtiger Jünger der Konsumkrake nicht lange wiederstehen und hab das Buch direkt gekauft. Mein Fazit ist zuerst mal, dass es außergewöhnlich ist. Ich hab, glaube ich, bisher noch kein U-Buch mit einem derart ambivalenten Gefühl zur Seite gelegt. Die fantastischen Elemente sind nicht besonders toll eingeführt und ich hab mich eigentlich zu keinem Zeitpunkt, wirklich in eine andere, fremde Welt versetzt gefühlt. Meine Einstellung während dem Lesen entsprach eher dem Brechtschen Theatergedanken.
Trotzdem habe ich es zuende gelesen und hab auch nie ernsthaft drüber nachgedacht, das nicht zu tun. Normalerweise haben gerade fantastische Bücher es nicht leicht bei mir. Ich liebe zwar gut gemachte fantastische Geschichten, ruhig auch Eskapismus, aber ausgelutschter Scheiß landet bei mir ganz schnell wieder ungelesen im Schrank. Irgendwas hat mich hier am Lesen gehalten. Das Buch ist in drei Geschichten aufgeteilt, die eigentlich, wie Folgen einer Serie, auch einzeln hätten veröffentlicht werden können. Aber es handelt sich um den Auftakt einer Trilogie. Es gibt keinen wirklichen Cliffhanger am Ende (so empfinde ich das jedenfalls, diese vagen Andeutungen haben mir kaum mehr als ein Achselzucken abgerungen) und es besteht Grund zur Annahme, das die ganze Sache einfach genau so weitergeht.
Interessant, wenn auch nicht wirklich neu, sind die moralischen Zweifel über den Nicht-Angriffs-Pakt, die die Hauptfigur Anton im späteren Buch immer mehr quälen. Man merkt schon, dass die ganze Idee auch gedanklich ausgelotet werden soll und nicht als bloße Plattform für irgendwelche Monster dient, die der Reihe nach ihren Auftritt haben.
Ich frage mich grad ob ich "Wächter des Lichts" lesen werde, wenn es erscheint.
Ich merke, das mein Versuch, mich dem Buch zu nähern gerade scheitert, weil ich meine Gedanken nicht wirklich fassen kann. Irgendwie ist es mir egal gewesen, aber ich wollte es trotzdem zuende lesen und ich hab die ganze Zeit nichtmal erwartet, das noch irgendein Knaller kommt, irgendeine Überraschung. Es war mir schon klar, das es so weitergeht wie es angefangen hat.
Zum Glück muss ich keine Rezensionen schreiben, das wäre jetzt wie Sportkommentar nach einem Null zu Null. Ja, gutt, ähhh.....

Signalstörung?

Was hab ich im letzten Blog falschgemacht? Zwei Kommentare die mich auf Dating Seiten aufmerksam machen? Das ist wahrscheinlich so eine maschinell erstellte Nachricht:
Hi, I thought your blog was cool. I thought you would like this site: www.arschsuchteimer.de
Ich bin etwas sprachlos darüber, wie gemein das eigentlich ist. Man freut sich, oha, da hat einer den Blog gelesen und will sich noch drüber unterhalten... und dann das... Sie freuen sich über Leute, die Kommentare in ihren Blog schreiben...na, dann schauen sie sich das mal an!

Dienstag, September 13, 2005

Im Namen des Herrn

Ihr müsst nachsichtig mit mir sein. Ich gestehe, besonders fleissig geführt ist diese Seite nicht. Aber ich möchte zu meiner Verteidigung anführen, dass ich mich in den letzten Monaten nicht unbedingt danach gefühlt habe, tiefgründiges im Internet zu veröffentlichen.
Es gibt ja - ich nehme das einfach mal an - in jedem Leben diese Phasen in denen man sich nicht besonders wohl fühlt, das Gefühl nicht los wird, das plötzlich alle schreckliche Wahrheit auf einmal auf das eigene schwächliche Seelchen niederstürzt. Ich glaube aber nicht daran, das Selbstmitleid einem da wieder raushilft und somit habe ich halt die Klappe gehalten.
Nun zu einer, finde ich, interessanten Beobachtung. In meiner Düsternis ging ich soweit, das Hörbuch "Sorge dich nicht, lebe!" zu hören. Und mit einigem Erstaunen musste ich feststellen, wieviel Egoismus man in mancher Selbstlosigkeit entdecken kann.
Der Autor dieses Buches geht sogar soweit zu sagen, man solle, auch wenn man nicht gläubig ist, beten, denn das wäre derselbe Vorgang als ob man seine Sorgen aufschreiben würde um sie zu vergessen und sich der guten Dinge zu erinnern usw. Im Endeffekt sagt er mir, beten sie, das ist die beste Selbsthypnose, die sie kriegen können.
Auch schön ist: helfen sie anderen, dann vergessen sie ihre Sorgen. Kann das funktionieren? Vielleicht habe ich keine Sorgen, wenn ich aus Selbstlosigkeit anderen helfe, aber kann ich mich dazu zwingen alten Omas über die Straße zu helfen mit dem Hintergedanken, danach endlich wieder schlafen zu können.
Natürlich hat er schon recht, ein bisschen Selbsthypnose ist das schlechteste nicht, denn am Ende funktioniert die gute wie die schlechte Laune auf die selbe Art und Weise. Du bist die Summe deiner Gedanken (einer der guten Sätze aus dem Buch). Faszinierend ist dabei wohl, wieviel legitimer sich die negative Selbsthypnose anfühlt.
Ignorance is bliss.

Mittwoch, August 31, 2005

Jam Session

Heute habe ich im Internet die Idee des Creative-Jams entdeckt. Der Gedanke ist folgender: Eine Gruppe kreativer Menschen schließt sich für 48 Stunden irgendwo mit Fertigessen ein und setzt sich ein Ziel. Entweder jeder sein eigenes oder ein gemeinsames. Und dann legen alle los und versuchen innerhalb dieser 48 Stunden das gesetzte Ziel zu erreichen.
Ziel der Übung ist es, sich möglichst intensiv mit seiner kreativen Arbeit auseinander zu setzen und den eigenen inneren Kritiker, der bei der Arbeit immer bremst, auszuschalten und nachher einfach zu sehen, was man geschafft hat. Motiviert wird dadurch, dass man halt nicht alleine da sitzt und sich die Haare rauft, sondern immer Leute um sich hat, die genauso gerade mit ihrem Kopf am kämpfen sind.
Am Ende präsentiert man dann was man geschafft hat. Damit man auch Druck hat, am Ende was auf dem Papier/dem Tape/der Leinwand/dem Bildschirm zu haben.
Mir gefällt diese Idee. Interesse, anyone?

Dienstag, Juli 12, 2005

History Repeating...

Vielleicht wusstet ihr das schon, aber ich sags vorsichtshalber nochmal: ich bin ein faules Stück. Gestern durfte ich dann mal wieder die Früchte dieser Faulheit ernten, oder im Detail: gestern wurde mir endlich klar, dass ich noch 3 Tage habe um ein Referat vorzubereiten UND gestern wurde mir auch klar, dass ich am Montag einen 6-8 Seiten umfassenden Essay einzureichen habe - für den ich mir bisher nichtmal ein Thema überlegt habe.
Ich krieg das hin, keine Frage, bisher hab ichs immer hinbekommen, aber warum geht das nicht früher? Es ist nämlich so, dass ich seit Anfang des Semesters relativ wenig zu tun hatte und es gar kein Problem gewesen wäre, in Ruhe dieses Referat und diese Arbeit zu schreiben, eine Zeile am Tag hätte gereicht.
Ich kann mir jetzt selber erzählen, ja unter Druck, da kann ich am besten arbeiten. Am besten ist dann schon Verdrehung der Tatsachen, überhaupt! ist das richtige Wort. Nur wenn ich das Weiße im Auge des Dozenten sehe, kann ich arbeiten, ansonsten verfalle ich in den Status Amöbe und bewege mich meist in Zeitlupe.
Was soll ich mich beklagen, es hilft ja doch nix. Ich habs ja auch nicht geschafft mein Leben zu ändern. Ich frage mich auch, wann das klappt. Es gibt ja Leute, die können immer machen-machen-machen und haben nie Zeit und immer was vor und Schwitzeperlen auf der Stirn und so weiter. Die stellen dann die tollsten Sachen in ihrem Leben an und haben Lebensläufe wie Autobahnen. Ich gehöre, ihr habt es geahnt, nicht dazu. Muss ich wohl drauf warten von der radioaktiven Spinne gebissen zu werden, von Gamma oder irgendwelchen beliebigen ausserirdischen Strahlen verseucht zu werden. Nur Geduld. Das wird groß.

Dienstag, Juni 28, 2005

Tagebuch eines Kleinstadtbewohners I

Gerade bin ich Zeuge einer äußerst kuriosen, zugleich aber sehr unterhaltsamen Veranstaltung geworden. In meiner kleinen Heimatstadt gastierte die Big Band der Bundeswehr, und das sogar direkt vor meiner Haustüre. So weit, so gut. Der Marktplatz ist ja auch einigermaßen groß und war besucht von 5000 Besuchern, die für das Spektakel angereist waren. Hierzu sei angemerkt, dass dies die größte Veranstaltung gewesen ist, die ich bisher in dieser Stadt erlebt habe und das an einem Werktag.
Die Bundeswehr Band hat ihren Stützpunkt in unserer Stadt (auch eine neue Information für mich) und dementsprechend trug man den Oberlippenbart (in Fachkreisen Pornobalken) mit Stolz und Freude. Das Finale war dann ein Robbie Williams Medley (inklusive Pornobalken) und danach "Up where we belong" (auch mit Pornobalken und einer schwarzen Sängerin die von Oberstleutnant Irgendwas stets als "unsere" Bwolya(?) vergestellt wurde) mit geballter Faust.
Das Publikum bestand zum großten Teil aus Menschen über 40, denen man die typisch kleinstädtische Attitüde von der Nasenspitze ablesen konnte. Sobald die Musiker anfangen sich ins Spielen zu steigern, sieht man das leicht distanzierte "Guck dir die Bekloppten an, iss ja juut die Mussik, ävver janz Tüv sin die net." Die Männer bekunden das mit starrer Miene und verschränken Armen, die Frauen, die mich immer wieder in ihrem Kleidungsgebahren an Transvestiten aus den 80er erinnern, lachen sich kaputt - ungefähr mit demselben Lachen, dass sie an den Tag legen wenn sie in der 12er Gruppe an Karneval beschwipst zum türkischen Imbiss gehen und sich mit dem ausländischen Kellner anfreunden.
Trotz dieser Haltung kann man nicht umhin, das ganze als gelungenen Abend zu empfinden, schließlich wird der ganze Event doch mit derselben Neugier behandelt als wären Besucher vom anderen Stern auf dem Marktplatz gelandet, und dementsprechend wird geklatscht und gejubelt. Und wieder stehe ich hier, in zwei Hälften gehauen, die eine, die sich über den Event freut, über die Sensation, dass in dieser kleinen Stadt was passiert; die andere, die nicht umhin kann den Tanzkränzchen-Charakter der Musik und die Menschen, die über andere lachen obwohl sie es nicht sollten, zu bemerken und sich zu fragen wie ich eigentlich ins Bild passe.

Mittwoch, Juni 22, 2005

Don't forget to catch me

Wusstet ihr, das J.D. Salinger bei den Soldaten war, die am D-Day in der Normandie gelandet sind?
Salinger ist bekannt für seinen einzigen Roman "The Catcher in the Rye", der 1956 (geschätzt) erschienen ist. Der Roman handelt von einem Jungen, der von der Privatschule fliegt und ein Wochenende New York erkundet, um der unausweichlichen Heimkehr zu den Eltern aus dem Weg zu gehen. Dieser Junge, Holden Caulfield, ist seit Erscheinen des Romans DIE Vorbildfigur für jugendliche Rebellen, Peter Pans und Andere, die ein Problem mit der Erwachsenenwelt haben. Holden wehrt sich vehement, über das Ende des Buches hinaus, gegen den Eintritt in die Gesellschaft. Ein Roman über das Erwachsenwerden (Bildungsroman im Fachjargon) mit einem Helden der nicht Erwachsen werden will. Für den Protagonisten ist die ganze Welt eine Bande von Heuchlern und Lügnern zu denen er nicht zählen will, stattdessen klammert er sich an die Unschuld der Kindheit als einzige Möglichkeit wahrhaftig zu leben (dargestellt z.B. durch die Schwester Phoebe, die er vor dem Erwachsenwerden bewahren will).
So weit, so gut. Aber, ich frage mich, wie schafft man es einen Roman aus der ersten Person über einen sechzehnjährigen Jungen, der nicht erwachsen werden will, zu schreiben - und das so authentisch, dass bis heute der Roman bei jeder neuen Generation denselben Identifikationseffekt auszulöst - nachdem man den D-Day und alles was dazugehört miterlebt hat?
Man muss dazu ja in der Lage sein, die eigenen Erfahrungen auszuklinken und in einen Status zurückzufinden, den man selbst auf sehr brutale Weise verloren hat. Ich stelle mir das unglaublich schwierig vor. Wenn man jetzt etwas sagt wie, na klar Salinger hat ein furchtbares Massaker miterlebt, natürlich wünscht er sich die Unschuld der Kindheit zurück, vereinfacht man die Sache, meiner Ansicht nach, zu sehr. Ich wundere mich nicht darüber, dass er zurück will, sondern dass er zurück kann.
Soviel zu den Erkenntnissen dieses Morgens.

Mittwoch, Juni 01, 2005

Internet Addiction Disorder

Leider war ich nicht in der Lage in den letzten zwei Wochen dieses schöne Tagebuch mit der ihm gebührenden Regelmäßigkeit zu führen, da ich mich mit der oben genannten Krankheit, der Internet Addiction Disorder infiziert habe. Seitdem eines Mittwochs der lustige Yeti vom Deutschen Packetdienst an meiner Türe geklingelt hat um mir mein 1&1 Einsteigerpaket in die Hand zu drücken, bin ich von der Realität abgeschottet.
Naja, vielleicht nicht ganz so schlimm... aber das Internet und alles was damit zu tun hat (WoW, Skype usw.) kann schon eine ganze Menge Zeit kosten. Ich gelobe hiermit Besserung. Schließlich hab ich diesen Blog nicht eingerichtet um ihn drei Tage später verkommen zu lassen.
Solange bleibt nur zu sagen: Realität ist für den der nicht mit dem Internet umgehen kann.